Ein linearer, gleichzeitig diszipliniert ausdifferenzierter Baukörper besetzt das zur Verfügung stehende Baufeld im nordöstlichen Umgriff des Sportplatzes. Parallel zur Kante des vorhandenen Spielfeldes entwickelt sich die Baukörperkonfiguration unter gliedernder Aufnahme der programmgemäßen Funktionen und Beachtung standortspezifischer Randbedingungen. Durch den sichtbaren Qualitätsanspruch verleiht die, als moderner Holzbau einprägsam übersetzte, Architektur des Neubaus dem heterogenen Stadtrandbereich eine zeitgemäße, ökologisch vorbildhafte Prägung. Gleichzeitig entsprechen Art und Maß der baulichen Nutzung dem Umfeld. Der Entwurf ergänzt die städtebauliche Situation am Stadtrand mit der Einfügung eines eigenständig wirksamen Ensembles. Der neue, ortsbildprägende Baustein verzahnt Urbanität und Natur, unterstützt von der moderaten Geschossigkeit, in Verbindung mit der asymmetrischen Komposition von Einzelbaukörpern. Eigenständigkeit, Ehrlichkeit und positive Ausstrahlung vermittelt die neue Anlage durch unikate Gestaltung, kommunikationsfördernde und effiziente Organisation der Grundrisse, sowie mit einhergehender Gliederung, Ordnung und Materialwahl. Das Gebäude gliedert sich in zwei funktional hergeleitete Bauteile, die über ein gemeinsames Dach verbunden sind. Lage und Ausformung ermöglichen die Gleichwertigkeit der angestrebten Erschließungs- und Nutzungsszenarien. Die beiden Hauptfunktionen werden auf einem gemeinsamen Sockel, gegenüber dem Gelände leicht erhöht, positioniert. Ein frei auskragendes Dach bietet Witterungsschutz und schafft tribünenartige Aufenthaltsbereiche. Der nördliche Baukörper nimmt die Funktionen der Ortsverwaltung Windischholzhausen auf. Dieser Bereich orientiert sich offen und einladend zur Schellrodaer Straße. Ein stützenfreier Mehrzweckraum mit angrenzender Teeküche und Garderobe ermöglicht differenzierte Bespielungen und bietet Raum für soziokulturelle Angebote. Ortsteilbüro und Jugendhilfe vervollständigen das Raumgefüge. Ein baulicher Versatz der Gebäudeteile ermöglicht die nutzungsspezifische Trennung der Funktionsbereiche. Im baulich separaten Sportgebäude werden vier baugleiche Umkleidebereiche vorgesehen. Zwischen zwei Umkleiden liegt jeweils eine gemeinsam genutzte Dusch- und Sa-nitärzone. Diese verfügen jeweils über vier Duschen, sechs Handwaschbecken, ein WC (mit Handwaschbecken) und ein Urinal. Die Raumgruppen für Schiedsrichter ermöglichen die synergetische Nutzung als barrierefreie Umkleiden. Diesen ist eine barrierefreie Dusche und ein WC mit Handwaschbecken zugeordnet. Mit direktem Zugang von außen wird das Vereinszimmer positioniert. Des Weiteren wird ein Erste-Hilfe-Raum vorge-halten. Zwischen den beiden Baukörpern spannt sich eine überdachte Terrassenfläche, die wahlweise dem Mehrzweck- oder dem Vereinsraum funktional erweiternd zugeschlagen werden kann. Anordnung und Größe der Technikflächen ermöglichen eine gemeinsame Medienanbindung, bei getrennter Verbrauchserfassung. Im Nordosten flankiert ein unbeheiztes, in seinen Ausbaustandards reduziertes Abstellgebäude den Vorplatz.
Ort
Erfurt
Fertigstellung
2026
Bauherr
Erfurter Sportbetrieb
Projektauswahl